Starke Natur und kleiner Mensch

Die heurige Faschingsszeit, welche übrigens die Längste des Jahrhunderts ist, ist vorbei und hat besonders Faschingsnarren ob ihrer Länge immens gefreut. Mit dem Funkenabbrennen im Rheintal und im benachbarten Vorarlberg soll der Winter ausgetrieben werden. Besonders heuer nach diesem Pseudowinter stellt sich schon die Frage, wie lange es dieses alemannische Volksgut noch länger braucht? Und auch, wie lange es die gewohnten vier Jahreszeiten überhaupt noch geben wird? Dass es besonders um Weihnachten recht mild sein kann, hat es ja schon öfters gegeben. Dass wir im Tal die Schneeschaufeln, Winterreifen oder dicken Mäntel kaum oder gar nicht benötigen stimmt etwas nachdenklich. Dass Kinder auf einmal nicht mehr den Hügel hinterm Haus hinunter rodeln oder vor dem Haus einen Schneemann respektive eine Schneefrau oder gar ein Iglu bauen können, ist schon etwas speziell. Viele schreiben diese Vorgänge der globalen Erwärmung zu, andere formulieren den lapidaren und oft gehörten Satz: „Es ist höhere Macht, da können wir Menschen gar nichts dagegen unternehmen.“

Obgleich wir die intelligenteste Spezies aller Lebewesen auf der Erde sind, Röntgenapparate und Computer erfunden haben und einen Weg fanden, um auf den Mond zu gelangen, so gelingt es uns nicht, die Natur uns untertan zu machen. Auch wenn in China während der Olympischen Sommerspiele 2008 Wolken für besseres Wetter gesprengt wurden, es Lawinenverbauungen auf fast jedem Gipfel gibt und Meteorologen stets alles zu wissen glauben, so hat die Natur dennoch ihren eigenen Willen. Wir hören immer wieder von Naturkatastrophen, seien es Lawinenabgänge, Muren, Überflutungen aber auch Tsunamis und Tornados. Im Vergleich zu Mutter Natur sind wir Menschen oft sehr klein und wirken hilflos. Stellen wir uns nur vor, welche unglaubliche Kraft Wasser und der ansteigende Meeresspiegel haben kann. Oder welche Schäden das wachsende Ozonloch anrichten und die Co2-Emmissionen der Industriestaaten, die nicht viel vom Kyoto-Protokoll halten. Dutzende Wissenschaftler unterstützen heute die These, dass die nächste Eiszeit unmittelbar bevorsteht. Und wenn sie einmal da ist, wird es uns vielleicht so gehen wie den größten Lebewesen, die jemals diesen Planeten bevölkert haben. Genau, den Dinosauriern. Vielleicht wird man den einen oder anderen von uns wie den Ötzi eines Tages in einer Gletscherspalte finden und ins Museum stellen. Doch bis es soweit ist, geniessen wir den wahrscheinlich längsten Frühling oder noch besser: Den Monat März – der heuer aus fünf Samstagen, fünf Sonntagen und fünf Montagen besteht. Dies passiert nämlich nur alle 823 Jahre einmal.

 

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