Hausgemachtes Armageddon

Immer wieder sorgen Erdbeben, Wirbelstürme und Feuer für Zerstörungen, Verletzte und Tote. Der sogenannte „Super-Taifun Haiyan“ tötete schätzungsweise 10.000 Menschen auf den Philippinen. Über 600.000 mussten ihre Heimat verlassen und sind obdachlos. Haiyan soll als schlimmster Sturm aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Der Zyklon „Evan“ hat im vergangenen Dezember im pazifischen Inselstaat Samoa Zerstörungen angerichtet. Der Wirbelsturm Sandy tobt über den Osten der USA. Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans sowie ein Tsunami haben im März 2011 Zerstörungen unabsehbaren Ausmasses angerichtet. Experten sprechen von einem der stärksten seit Menschengedenken. In Chile, Haiti, China, Indien und Pakistan kosteten Beben und Flutwellen immer wieder unzählige Menschenleben. In Russland brannten während des heißen Sommers 2011 große Flächen auf dem Land. Die Brände in Syndey liegen erst einige Wochen zurück. Nicht zu vergessen das Erdbeben in der neuseeländischen Stadt Christchurch im Februar 2011. Etwa 10.000 Häuser waren nach dem Beben abbruchreif, 100.000 weitere beschädigt. Ein Jahr zuvor standen große Landesteile nach einer Jahrhundertflut in Australien unter Wasser. Die heftigen Niederschläge im Bundesland Queensland kosteten mindestens 30 Menschen das Leben. Das schlimmste Erdbeben der Neuzeit ereignete sich fast zeitgleich zur Flutkatastrophe in Australien am 12. Januar 2010 in Haiti. Das Beben um die Region der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince kostete 222.570 Menschen das Leben. Ein Drittel der etwa zehn Millionen zählenden Bevölkerung Haitis war vom Beben unmittelbar beeinträchtigt, etwa zwei Millionen Menschen wurden infolge des grössten Bebens in der Geschichte Südamerikas obdachlos.

Schmelzende Pole

Die Liste der schlimmsten Katastrophen der vergangenen Jahre ist lang und erschütternd. Ständig wird sie durch noch verheerendere Ereignisse erweitert. Doch wie lassen sich all diese Unglücke erklären? Für gläubige Menschen mag es vielleicht das Gericht Gottes sein. Für Atheisten steckt womöglich der Zufall dahinter. Viele andere sowie Wissenschaftler sind sich einig, dass dies die Ernte dessen ist, was wir einst gesät haben. Solange Geld, Gier und Macht uns Menschen beherrschen und sich alles nur darum dreht, wird sich wohl nichts ändern. Ist es nicht so, dass es viele von uns gar nicht betroffen macht, da wir durch die Fülle an täglichen Schreckensnachrichten immun dafür geworden sind? Mutter Erde wird seit Jahrhunderten brutal ausgebeutet. Pro Minute werden 35 grosse Fussballfelder an Regenwald abgeholzt, die Erdöl- und Erdgasreserven neigen sich ihrem Ende zu und das Ozonloch wächst. Alle sprechen von globaler Erwärmung, doch keiner tut etwas dagegen. Ausreden gibt es viele: „Ich muss mit dem Auto fahren, da ich nicht genügend Zeit habe, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.“ Oder: „Das Verkehrsnetz hierzulande ist nicht optimal ausgebaut, dass ich vom Auto auf Öffis umsteigen kann.“ Allein durch den Einsatz von Energiesparlampen und Stosslüften im Winter hören die Pole nicht auf zu schrumpfen, schmelzen die Gletscher nicht weniger und steigt der Meeresspiegel nicht langsamer. Viele Menschen haben noch nicht gerafft, um was es hier eigentlich geht. Es geht auch um uns. Starke Regenfälle können auch Auswirkungen in unseren Breitengraden haben – wie die Donauüberflutung bei Passau allein vor wenigen Monaten zeigte. Ich finde, der biblische Begriff Armageddon bzw. Harmagedon, was laut der Offenbarung des Johannes den Tag des jüngsten Gerichts beschreibt, ist für all diese Katastrophen bezeichnend. Bleibt zu hoffen, dass endlich mal ein Umdenken passiert – spätestens dann, wenn ein Tornado durchs Rheintal fegt, werden die Menschen hier anfangen, nicht nur ans Shoppen zu denken, sondern auch an die Nachhaltigkeit. Zukünftige Generationen werden es uns einmal danken!

 

 

 

 

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