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	<title>KOECKTAIL - Life is a beautiful mix of many ingredients</title>
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	<description>Leben um davon zu berichten! eben Literatur pur (8&#62;D)</description>
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		<title>Das Leben ist ein Karneval</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 20:38:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Auftakt zur aktuellen Fasnachtsaison hat ein monotones Datum gehabt, an welchem ausgesprochen viele Hochzeiten statt fanden. Es bestand aus dem Zahlenspiel 11. 11. 11, 11 Uhr 11. In den nächsten Tagen kommt die närrische Zeit zu ihrem Höhepunkt. Ein &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=123">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-124" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=124"><img class="alignnone size-medium wp-image-124" title="300109 Verkleidungskuenstlerlein 060" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2012/02/300109-Verkleidungskuenstlerlein-060-450x600.jpg" alt="" width="450" height="600" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Den Auftakt zur aktuellen Fasnachtsaison hat ein monotones Datum  gehabt, an welchem ausgesprochen viele Hochzeiten statt fanden. Es  bestand aus dem Zahlenspiel 11. 11. 11, 11 Uhr 11. In den nächsten Tagen  kommt die närrische Zeit zu ihrem Höhepunkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein mancher stellt sich somit noch die quälende Frage: „Als was soll  ich mich verkleiden?“ Tja, welche Maskierung ist wohl angebracht. Gibt  es überhaupt so was wie einen Trend beim Fasnachts-Outfit? Was ist heuer  „en vogue“, also voll in? Ob heuer noch gleich viel „Jack  Sparrow“-Piratenverschnitte rum rennen als vergangene Fasnacht? Nun, die  Geschmäcker sind verschieden und so auch die Verkleidungsmöglichkeiten.  Manche bevorzugen es, in der Gruppe loszuziehen, andere legen grossen  Wert auf Individualität und möchten um jeden Preis auffallen. Und nicht  jeder hält sich längst an ein Motto, was etwa oft bei einem Ball  propagiert wird. Die einen sind richtige „Faschingstiger“ und lassen  sich keinen Umzug und keinen Fanachtball entgehen; die anderen mögen die  sog. „fünfte Jahreszeit“ überhaupt nicht und verkriechen sich lieber in  den eigenen vier Wänden. Doch fast alle Kinder lieben Fasnacht und  verkleiden sich als Prinzessinnen, Hexen, Feen bzw. als Bob der  Baumeister, Pokémons oder Teletubbies.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei den Erwachsenen werden die Kostüme dann mitunter etwas  ausgefallener. Hier gibt es auch wieder zweierlei Vorlieben: Diejenigen,  die sich ein 0815-Herz mit Lippenstift auf die linke Wange malen und  einen alten Sombrero überziehen, um beim Fasnachtumzug, welcher ja nur  wegen den Kleinen besucht wird, die Eintrittsgebühr „als Mäschgerle“ zu  ersparen. Oder jene, die Karneval als Kind zu wenig ausgelebt haben und  jetzt das Bedürfnis von Aufholbedarf verspüren bzw. noch nicht davon  genug haben und von Jahr zu Jahr exzessiver feiern. Es sind auch  Letztere, die hierbei tiefer in den Geldbeutel greifen – denn das edle  Kostüm darf ruhig was kosten. Auffallend sind aber auch die vielen  Frauen, die sich als Hexen verkleiden. Und jede Frau, die ich bislang  danach fragte, hat <span id="more-123"></span>sich irgendwann in ihrem Leben schon mal als Hexe  oder ähnlichen Charakter verkleidet. Hingegen verkleiden sich Männer  auch auffallend oft als Frauen und machen mit falscher Haartracht,  ausgestopftem Dekolleté und High Heels die Szene unsicher. All jene, die  diesen Reiz nicht (oder noch nicht) ausgelebt haben, steckten ansonsten  bestimmt schon mal in einem Polizisten-, Cowboy- oder Indianer-Outfit.</p>
<p style="text-align: justify;">Befürworter dieser Zeit, die mit Rosenmontag ihren Höhepunkt nimmt,  am Faschingsdienstag das Trauerspiel feiert und am Aschermittwoch schon  wieder vergessen ist, betonen stets, wie Toll es sei, wenigstens einmal  im Jahr so sein zu können, wie man eigentlich ist – ohne sich ständig  verstellen zu müssen. Sprich tun und lassen was man möchte, halt so  richtig „die Sau raus lassen“. Wir alle tragen Masken! Und all  diejenigen, die unterm Jahr nicht sich selbst sein können, legen diese  zur Fasnacht ab. Andere wiederum ziehen eine andere Maske darüber. Die  Gegner meinen nämlich, dass Fasnacht nur ein weiteres Event im  Jahreskalender darstelle, um ein Alibi zum übermässigen Alkoholkonsum zu  haben. Wie dem auch immer sei. Wie bei allem im Leben gibt es dafür und  dagegen, pro und kontra, echt lustig oder nur Fassade! Beim Schreiben  dieser Zeilen habe ich Célia Cruz&#8217; Salsa-Hymne &#8220;La vida es un carnaval&#8221;  im Ohr. Dem kann ich nur beipflichten!</p>
<p style="text-align: justify;">Was die Wenigsten wissen, sind die Ursprünge der sog.  Fastnacht: Zu Beginn des 19. Jahrhundert konnten in Mainz die Franzosen  und in Köln die Preussen strafffrei verspottet und verballhornt werden.</p>
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		<title>Der Zauberkelch</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 17:30:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal ein armer Mann, der hatte einen Zauberkelch. Doch dass der Kelch verzaubert war, wusste er anfangs nicht. Eines Tages als er traurig war und weinte stellte er fest, dass er seine Tränen auffing und sie in Perlen &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=119">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-120" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=120"><img class="alignnone size-medium wp-image-120" title="Lake of frog tears" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0534-460x286.jpg" alt="" width="460" height="286" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Es war einmal ein armer Mann, der hatte einen Zauberkelch. Doch dass der Kelch verzaubert war, wusste er anfangs nicht. Eines Tages als er traurig war und weinte stellte er fest, dass er seine Tränen auffing und sie in Perlen verwandelte. Die Geschichte endet damit, dass der Mann auf einem Berg von Perlen sitzt, in seiner linken ein blutiges Messer hält und in seiner rechten seine tote Frau. Warum?</p>
<p>Na weil er um zu weinen traurig sein musste, damit er einen Berg aus Perlen bekam!</p>
<p>Ich finde, er hätte genauso Zwiebel schneiden können! (8&gt;D)</p>
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		<title>Ein jeder hat sein Kreuz zu tragen! (8&gt;D)</title>
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		<pubDate>Sun, 22 May 2011 20:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Poesie]]></category>
		<category><![CDATA[English Poetry]]></category>
		<category><![CDATA[Espanol Poesia]]></category>

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		<description><![CDATA[Everyone has to bear one&#8217;s cross! Cada uno tiene que llevar agua al mar!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-115" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=115"><img class="alignnone size-medium wp-image-115" title="BK_jedertraegtseinkreuz" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/BK_jedertraegtseinkreuz-460x383.jpg" alt="" width="460" height="383" /></a></p>
<p><strong><span style="color: #0000ff;">Everyone has to bear one&#8217;s cross!</span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff00ff;">Cada uno tiene que llevar agua al mar!</span></strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Spätfrühlinghafte Schmetterlingsmomente</title>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 17:52:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Poesie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein einzelner Regentropfen Fällt leise und geradlinig In den ewigen Ozean Und zieht kleine Kreise um sich Welche sich verstelbständigen. &#160; Ein sich liebendes Ehepaar Zeugt einen Nachkommen Mit Hingabe und Leidenschaft Und bemerkt immer öfter wie viel Sinn dadurch &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=110">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-111" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=111"><img class="alignnone size-medium wp-image-111" title="Pearl Resorts Bora Bora Kanu" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/soulsiesta-398x600.jpg" alt="Time 4 Soul Siesta (8&gt;D)" width="398" height="600" /></a></p>
<p>Ein einzelner Regentropfen</p>
<p>Fällt leise und geradlinig</p>
<p>In den ewigen Ozean</p>
<p>Und zieht kleine Kreise um sich</p>
<p>Welche sich verstelbständigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein sich liebendes Ehepaar</p>
<p>Zeugt einen Nachkommen</p>
<p>Mit Hingabe und Leidenschaft</p>
<p>Und bemerkt immer öfter</p>
<p>wie viel Sinn dadurch ihr Leben erhält.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine Schar Wildgänse</p>
<p>Zieht vergnügt gen Süden</p>
<p>Begleitet durch reichlich Rückenwind</p>
<p>Und baut Nester für den Zeitraum</p>
<p>Der mit der Rückkehr in ihre Heimat endet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein kleiner, verspielter Junge</p>
<p>Blickt neugierig durch sein Teleskop</p>
<p>Passt seine Iris der Dunkelheit an</p>
<p>Und ist fasziniert von den Sternenbildern</p>
<p>Die er sich ganz fest entschlossen einprägt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine Wiese voller Tulpen</p>
<p>Blüht in ihrer vollkommenen Farbenpracht</p>
<p>Reckt und streckt sich mit Mutter Sonne’s Gang</p>
<p>Und wartet bis der laue Abendwind kommt</p>
<p>Um gemeinsam mit der Nacht zu kampieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zwei junge Pinguine auf einer Eissscholle</p>
<p>Spielen vergnügt im glasklaren Wasser</p>
<p>Schwimmen tauchend um die Wette</p>
<p>Und vergessen unwissend die Zeit</p>
<p>Welche genauso inexistent ist wie der Raum.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein altes sich liebendes Pärchen</p>
<p>Geht gemeinsam Seite an Seite zu Bett</p>
<p>Wie all die Tage und Jahre zuvor</p>
<p>Und stirbt noch in derselben Nacht</p>
<p>Als sich ihr gemeinsamer Traum erfüllt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine kleine unerfahrene Welle</p>
<p>Rennt hurtig und furchtlos dem Ufer zu</p>
<p>Kostet den Übergang von Flut auf Ebbe</p>
<p>Und wird sogleich wieder zurückgeworfen</p>
<p>Ein Stück weiter als dort wo sie ihre Reise begann.</p>
<p>﻿</p>
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		<item>
		<title>Sie putzt sogar die Wohnzimmerwände</title>
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		<pubDate>Sat, 14 May 2011 13:19:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[(Fortsetzung der Geschichte: Warum Onur mal wieder durchgedreht ist) ‚Wer hat mir da eben aufgeblinkt?’ fragte ich mich, als ich mich gedankenschwanger laut Radio hörend auf dem Nachhauseweg befand. Im Rückspiegel sah ich wie der kleine grüne Skoda mit den &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=102">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-103" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=103"><img class="alignnone size-medium wp-image-103" title="Es gibt immer einen Ausweg" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/Es-gibt-immer-einen-Ausweg-460x199.jpg" alt="" width="460" height="199" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em>(Fortsetzung der Geschichte: Warum Onur mal wieder durchgedreht ist)</em></strong></p>
<p style="text-align: justify;">‚Wer hat mir da eben aufgeblinkt?’ fragte ich mich, als ich mich gedankenschwanger laut Radio hörend auf dem Nachhauseweg befand. Im Rückspiegel sah ich wie der kleine grüne Skoda mit den roten Streifen auf dem Heck und den unzähligen Rostflecken schnurstracks schräg den Gehsteig hoch fuhr und stehen blieb. Unvermittelt presste ich auch den Bremsklotz und blieb ebenfalls am Strassenrand stehen. Ich tätigte den Blinker und stieg aus.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">„Onur! Du bist es. Ich dachte schon&#8230;“ begrüsste ich meinen alten Schulkameraden per Handschlag. „Hast du es eilig?“ fragte er mich sogleich. „Nein, eigentlich nicht!“ entgegnete ich.</p>
<p style="text-align: justify;">„Na, dann komm doch zu mir auf einen Raki. Tamam?“</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Das letzte Mal als ich von Onur gehört hatte war, als er mir per SMS freudvoll mitteilte, dass sie ihre Tage bekommen hätte und doch nicht schwanger sei. Das war vor ungefähr zehn Tagen.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-102"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Zurück in seiner typisch türkischen Wohnung (weshalb ich sie als türkisch deklariere ist eigentlich ganz einfach: Es stehen ganz viele Schuhe vor der Türe wie vor einer Moschee. Er hat Vorhänge mit vielen Mustern und Storen. Glasvitrinen mit Bildern seiner Anne mit Kopftuch und seiner Schwester in grotesken Rahmen. Ein knallbuntes Sofa mit einem Messingtisch davor. Der übergrosse Fernseher mit VHS- und DVD-Rekorder sowie Spielkonsole. An den Wänden hängen Bilder mit Motiven der Kaaba in Mekka, der Sultan Ahmed-Moschee in Istanbul und selbst die Uhr hat ein Ziffernblatt mit arabischen Zeichen. Nicht zu vergessen die Kraftbank, die platzbedingt auch im Wohnzimmer aufgestellt ist) setzten wir uns auf die Sofas. „Also hast du dieses Wochenende keine Kinder bei dir?“ fragte ich ihn sogleich. „Nein, erst das nächste aber auch nur vielleicht!“ – „Was machst du denn dieses Wochenende?“ – „Nachher kommt ein Kollege vorbei und wir werden etwas an meinem Autochen rumtunen!“</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Er verschwand kurz in die Küche, die durch einen türkisen Lamellenvorhang vom Wohnzimmer getrennt war, um die Rakis „on the rocks“ zu machen. Ich verschwand ins Badezimmer um zu pinkeln. Dort fielen mir die typischen Mömax-Teppiche auf, die mit dutzender Schmutzwäsche beladene Waschmaschine, der Rasierapparat auf dem Waschbecken sowie eine Zahnbürste mit einem Päckchen Backpulver.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">„Onur, was machst du mit dem Backpulver im Bad?“ fragte ich sogleich, als wir uns wieder im Wohnzimmer begegneten. „Was für eine blöde Frage. Das verwende ich natürlich zum Zähne putzen, was denkst du? Das ist ganz gut, da bekommst du weisse Zähne!“ ‚Tja, bei der Menge was er Cai-Tee trinkt, ist das nicht mal so eine schlechte Idee’, dachte ich mir.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">„Serife!“ stiessen wir auf Türkce an und nahmen beide einen ordentlichen Schluck von dem Aniszeugs. Erst jetzt fiel mir auf, dass er keinen Gipsverband mehr an seiner Hand trug. „He, du bist ihn los!“ schoss es aus mir. „Ja, endlich. Aber schau, wie geschwollen meine Finger noch sind!“ Es war unübersehbar.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">„Also, wo ist deine Aysche?“ fragte ich ihn nach seiner zweiten Frau. „Oben, bei meinen Eltern. Weisst du, ich halte sie nicht mehr aus. Erst vorhin hat es mir wieder den Schützer raus gehauen wegen ihr!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Was war denn wieder, wollte ich wissen?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Also wo soll ich anfangen zu erzählen. Es gibt so viel. Zum Beispiel wenn wir so wie jetzt da sitzen und Fernseh schauen. Es kommt ein spannender Film und da beginnt sie auf einmal an mit mir zu reden. Aber nicht über etwas wichtiges, sondern darüber, ob ich den Müll rausbringen kann oder die Heizung reparieren oder dass wir morgen einkaufen gehen könnten. Ich sag dann, Schatz, ich schaue den spannenden Film an. Warte wenigstens bis Werbung kommt, wenn du mit mir reden willst!’ Dann sagt sie gleich ‚Mit dir kann man ja nicht reden. Du gehst mich volle an!’ Und dann endet alles in Streit. Sie hat einfach nichts im Schädel, diese Frau. Sie ist mit Abstand das Dümmste, was mir je begegnet ist. Auch wenn sie von ihrem Deutsch-Kurs zurück kommt, erzählt sie mir nicht, was sie gelernt hat, sondern nur wieder, dass wir in dieses und jenes Möbelhaus gehen könnten, um noch dies und jenes zu kaufen.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Aber du kennst sie jetzt doch schon länger, nicht?“ wollte ich wissen. „Ja, ungefähr vor einem Jahr haben sie meine Eltern mir in Türkei vorgestellt. Da dachte ich mir, dass sie ganz okay ist, da hat sie auch noch nicht so viel geredet wie jetzt. Seit sie hier ist, ist sie ganz anders und sie meint, ich hätte einen Geldscheisser und dass es Geld in Österreich vom Himmel regnen würde.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Wie meinst du das?“ hakte ich nach.</p>
<p style="text-align: justify;">„Sie will immer nur shoppen gehen. Du weisst ja, dass ich noch die ganze nächste Woche im Krankenstand bin und dann Physiotherapie habe. Im Moment haben wir es finanziell sehr knapp. Seit sie hier ist habe ich ihr Gewand gekauft, drei Röcke und vier Hemden. Sie will aber immer mehr. Neue Teppiche fürs Wohnzimmer haben wir auch bestellt.“ Ich betrachtete die vier kleinen, fast aneinander liegenden schlumpfblauen Teppiche mit den weissen Punkten drauf. „Seid ihr ins renommierte Möbelhaus gegangen?“ wollte ich wissen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Nein, wir haben alles in einem türkischen Geschäft in Lustenau bestellt&#8230; Komm mal mit!“ wies er mich an aufzustehen und ihm zu folgen.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Er öffnete die Schlafzimmertüre. Ich staunte nicht schlecht, als ich darin nicht mehr sein altes Ehebett und das Stockbett für seine beiden Söhne vorfand wie beim letzten Mal. Statt dessen stand da mittig ein neues, grosses – wie die Amerikaner sagen würden – King Size Bett mit typisch türkischer Aufmache, sprich mit weissem Tüll und glänzenden Seidenrosen drauf. Ich erinnerte mich, als ich Bettzeug in der Art zum ersten Mal in Istanbul und dann in Izmir gesehen hatte. Die meisten dort waren auch weiss resp. pink. Dort wo Wochen zuvor noch alles mit Kinderspielsachen vollgestopft war, stand jetzt ein breiter Kleiderschrank mit Spiegeln.</p>
<p style="text-align: justify;">„Stell dir vor,“ fuhr Onur fort, und dabei überschlug sich seine Stimme vor angestauter Wut beinahe, „ich habe zwei Schlafzimmer ausgesucht, die ich mir mit meinem Budget leisten kann, und liess sie dann aussuchen. Sie wollte zuerst das eine, dann das andere und dann sagte sie folgendes zu mir: ‚Schat, weil sie ja Schatz noch immer nicht aussprechen kann die doofe Kuh, wir könnten doch unsere Verlobungs- und Eheringe verkaufen und uns dann was Besseres leisten!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Wow, nicht schlecht!“ schoss es aus mir raus.</p>
<p style="text-align: justify;">„Das ist wohl die Höhe. Diese verdammte Dreckschlampe. Sie meinte noch, dass wir uns dann ja mal andere, neue kaufen könnten!“ Er holte tief Luft und fuhr dann fort, wobei seine Augen funkelten: „Zu mir sagt sie ständig, ich würde sie nicht lieben. Und sie sagt so eine Scheisse zu mir!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Liebst du sie denn?“ wollte ich wissen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Natürlich nicht. Das sag ich auch ganz offen und ehrlich. Aber ich mag sie bzw. ich mochte sie, als wir noch in Türkei waren.“</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Ich sah mich etwas im Schlafzimmer um. Auf einem der beiden Nachttischhen stand ein Foto von ihr. Sie war in ein knallrotes Kopftuch gehüllt und man erkannt nur ihre Gesichtsform, die recht rund war. Ich sprach ihn darauf aber nicht an. „Wo schlafen jetzt deine Kinder, jetzt wo die Stockbetten nicht mehr da sind?“ wollte ich wissen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Natürlich bei mir. Ich musste die Stockbetten raus tun. Wenn meine Kinder bei mir sind, schlafen sie hier bei mir und sie schläft draussen auf der Couch. Sie muss sich gar nicht beklagen, denn in Türkei hatte sie auch nichts anderes als eine Couch. Klar, wäre besser man könnte sie ausziehen, aber ich hab das Geld dafür nicht. Die fette Kuh wird schon nicht runter fallen. Da mein Antrag auf Wohnbeihilfe schon wieder abgelehnt wurde, muss ich wohl oder übel in der Zweizimmerwohnung bleiben. Etwas anderes kann ich mir einfach nicht leisten. Die von der Behörde sagen, dass eine Zweizimmerwohnung für zwei Personen ausreichend ist!“</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Wir gingen wieder ins Wohnzimmer und setzten uns, um am Anisschnaps weiter zu trinken. „Sauber habt ihr’s hier aber!“ entfiel es mir. „Ja, die ist ja immer am Putzen. Schau wie klein die Wohnung ist. Sie putzt die ganze Zeit. Wir können ja nie was gemeinsam unternehmen. Ich schau dann halt fern oder geh ins Internet.“ Der Bildschirm mit der aufgeschraubten Webkamera stand noch wie Wochen zuvor neben dem Tisch am Boden. Ich schaute mich um. Die Böden sahen gewischt aus, die Glasvitrinen glänzten. ‚Nicht schlecht!’ dachte ich mir.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">„Hör mal, mein Freund“ fuhr Onur fort und sah mir tief in die Augen, „Kennst du irgend jemanden, der die Wohnzimmerwände putzt? Sie putzt sogar die Wände – sowas hab ich noch nie erlebt!“</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Jetzt konnte ich mein Lachen nicht mehr zurück halten. Er grinste nur und zog sein Mobiltelefon aus der Jeans mit den Halbmondbestickten Taschen drauf. „Hallo Stefan, ja, ich komme runter und dann können wir den Spoiler lackieren, bevor es anfängt zu regnen!“</p>
<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-104" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=104"><img class="alignnone size-full wp-image-104" title="zwangsheirat1" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/zwangsheirat1.jpg" alt="" width="138" height="150" /></a></p>
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		<title>Esta vida es un jardín</title>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 17:47:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Espanol Poesia]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Leben ist ein Garten: Die Mädchen sind die Blumen und wir Jungs die Gärtner! This life is a garden: The girls are its flowers and we boys are the gardeners! Esta vida es un jardín: Las mujeres son sus &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=77">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-78" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=78"><img class="alignnone size-medium wp-image-78" title="Bendern/Liechtenstein" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/IMG_7234-460x266.jpg" alt="" width="460" height="266" /></a></p>
<h1><span style="color: #ff6600;">Das Leben ist ein Garten: Die Mädchen sind die Blumen und wir Jungs die Gärtner!</span></h1>
<h6></h6>
<h1><span style="color: #ff00ff;">This life is a garden: The girls are its flowers and we boys are the gardeners!</span></h1>
<h1><span style="color: #008000;"><strong>Esta vida es un jardín: Las mujeres son sus flores y los hombres son los jardineros!</strong></span></h1>
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		<title>Als der Grashüpfer noch hüpfte</title>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 20:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war schön mit dir zu tanzen – auch wenn es nur für so lange weilte bis der kleine Regentropfen, welcher meine Träne war, von der unerbitterlichen Erdanziehungskraft verschlungen wurde – und doch kam es mir vor, als hätte die &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=72">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a rel="attachment wp-att-73" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=73"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-73" title="GrasshopperSymbolism" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/GrasshopperSymbolism-180x150.jpg" alt="" width="180" height="150" /></a><br />
</strong></p>
<p><strong>Es war schön mit dir zu tanzen –</strong></p>
<p>auch wenn es nur für so lange weilte</p>
<p>bis der kleine Regentropfen,</p>
<p>welcher meine Träne war,</p>
<p>von der unerbitterlichen Erdanziehungskraft</p>
<p>verschlungen wurde –</p>
<p>und doch kam es mir vor,</p>
<p>als hätte die Hand der Unendlichkeit</p>
<p>mich am Arm gefasst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Entlocke nicht noch mehr Salz deinen Augäpfeln</p>
<p>denn sonst stirbt die Menschheit gar aus,</p>
<p>dann überfluten Ströme von trüber</p>
<p>Salzbrühe die wenigen Süsswasserseen.</p>
<p>Und lüge nur, um anderen nicht weh zu tun -</p>
<p>ansonsten sei immer aufrichtig und direkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dein Blick soll nüchtern und klar sein!</p>
<p>Schenke Geschenke des Herzens</p>
<p>Und friere die vom schlechten Gewissen</p>
<p>geplagten gestressten Menschen im Supermarkt</p>
<p>in der Kühlwarenabteilung mit der einzigen Wahrheit ein,</p>
<p>dass all die materiellen Güter nur existieren,</p>
<p>um uns vom Tod abzulenken..</p>
<p>&#8230;aber das funktioniert ja ohnehin nicht!</p>
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		<title>Die entblösste Muse der schönen Künste</title>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2011 18:35:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Lyrik]]></category>

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		<description><![CDATA[Musiker, die die Musik verraten und ihre Seele, weil wie kann etwas seelisches beliebig oft reproduziert werden? &#160; Künstler, die ihre Kunst verraten und ihre Seele, denn wie kann Ausdruck deiner selbst einen Preis haben? &#160; Sportler, die den Sport &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=59">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-60" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=60"><img class="alignnone size-medium wp-image-60" title="boticelli_muse" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/boticelli_muse-460x301.jpg" alt="" width="460" height="301" /></a></p>
<p>Musiker, die die Musik verraten</p>
<p>und ihre Seele,</p>
<p>weil wie kann etwas seelisches</p>
<p>beliebig oft reproduziert werden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Künstler, die ihre Kunst verraten</p>
<p>und ihre Seele,</p>
<p>denn wie kann Ausdruck deiner selbst</p>
<p>einen Preis haben?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sportler, die den Sport verraten</p>
<p>und ihre Seele,</p>
<p>weil, wenn es um etwas geht</p>
<p>ein Spiel kein Spiel mehr ist!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und Sport nicht mehr Sport</p>
<p>und Kunst nicht mehr Kunst</p>
<p>und die Musik keine Musik mehr ist.</p>
<p>Nur Geld. Nur Macht. Ohne Seele.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Richtige Musiker findest du nicht auf den grossen Bühnen.</p>
<p>Richtige Künstler tummeln sich nicht auf Vernissagen.</p>
<p>Richtige Sportler gehen nicht zu den olympischen Spielen.</p>
<p>So wie man die schönsten Mädchen auch nicht bei Next Topmodel sondern auf der Strasse findet!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Warum Onur mal wieder durchgedreht ist</title>
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		<pubDate>Sun, 08 May 2011 19:07:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[„Erzähl’ schon, wie du dir deine Finger gebrochen hast!“ drängte ich meinen alten Freund und ehemaligen Schulkollegen Onur, welcher türkischer Herkunft ist bzw. wie man Neu-Deutsch so schön sagt, einen Migrationshintergrund hat. „Lass uns hineingehen!“ entgegnete er knapp, da die &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=53">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-54" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=54"><img class="alignnone size-full wp-image-54" title="zwangsheirat" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/zwangsheirat.jpg" alt="" width="440" height="225" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">„Erzähl’ schon, wie du dir deine Finger gebrochen hast!“ drängte ich meinen alten Freund und ehemaligen Schulkollegen Onur, welcher türkischer Herkunft ist bzw. wie man Neu-Deutsch so schön sagt, einen Migrationshintergrund hat. „Lass uns hineingehen!“ entgegnete er knapp, da die Anwesenheit seines bärtigen Vaters unmittelbar war und zeigte zur Eingangstüre der großen Wohnanlage, in der er die Wohnung unterhalb seiner Eltern bezog. Als er mit seiner linken Hand die Türe aufsperrte, da sein rechter Arm in einem schneeweissen Gibs lag, fiel mir sofort das Paar rosaroter Ballerinas im Flur auf. Doch ohne nachzufragen setzte ich mich im Wohnzimmer auf das blaue Sofa mit den gelben Punkten. Nachdem er den mir gegenüber liegenden Flachbildfernseher angemacht hatte (es lief eine uralte Sendung von Raumschiff Enterprise auf einem türkischen Satellitensender) setzte er sich mir gegenüber und begann seine Geschichte, da er offenbar spürte, dass ich vor Neugierde fast platzte:<span id="more-53"></span></p>
<p style="text-align: justify;">„Um es kurz zu fassen, sie hat mich mal wieder auf die Palme gebracht und dann bin ich mal wieder durchgedreht!“ Doch mit dieser knappen Antwort gab ich mich nicht zufrieden, da ich ein Mensch bin, der Details mag und sich Zeit für Freunde nimmt. Ich warf ihm einer dieser Blicke zu, atmete dabei tief aus und hakte dann sofort nach. „Also gut. Es war vor zwei Wochen an einem Sonntag. Ich hatte mal wieder meine Kinder bei mir und habe mit ihnen gespielt. Da hat sie zu mir gesagt: ‚Deine Söhne sind viel lieber wie du!’ Ich habe sie daraufhin angeschaut und gefragt, was das soll und was für ein Problem die eifersüchtige Kuh eigentlich hätte. Sie sagte, ich solle Ilhan und Fatih nur mal anschauen. Meine Eltern waren auch da, und meine Schwester Fatima. Ich versuchte sie daraufhin einfach zu ignorieren und hab mit den beiden weiter Autos gespielt. Am Abend wollte ich meine Kinder zurück nach Zürich zu ihrer Mutter bringen und sie sagte, dass sie mit wolle. Weisst du, ich fahre immer alleine meine Kinder holen und bringen. Wenn meine neue Frau meine Ex-Frau sieht, das gibt nur Probleme. Doch sie liess nicht locker und bestand darauf. Weisst du, sie hat mir gesagt, was ich zu tun habe, und das hasse ich.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Du meinst, sie hat so im Befehlston mit dir geredet, dich kommandiert wie einer im Barras?“ entgegnete ich. „Ja, genau. Wir begannen zu diskutieren, alles vor den Kindern, meinen Eltern und meiner grossen Schwester. Sie wollte mich einfach nicht gehen lassen und stellte sich mir entgegen, als ich mit Ilhan und Fatih zur Türe ging. Ich schob sie einfach beiseite. Ich bekam wieder solch einen dicken Hals und es kochte in mir. Im Gefecht hab ich dann meine Schwester mit dem Namen meiner Ex-Frau angeredet, und da hat sie völlig durchgedreht: ‚Seht ihr, so sehr liebt er mich, dass er den Namen von der Schlampe verwendet und mich nicht mal mitnimmt. Ständig denkt er an sie bla, bla, bla&#8230;’ Da bin ich dann durchgedreht. Eigentlich wollte ich sie schlagen aber konnte es noch in letzter Sekunde abwehren und hab mit blosser Faust gegen den Schrank geschlagen.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Wow, ist jetzt nicht nur deine Hand demoliert sondern auch der Kasten kaputt?“ wollte ich sogleich wissen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Nein, der Kasten blieb ganz. Hartholz!“ antwortete Onur. Ich wollte jetzt mal seine rechte Hand im Gipsverband etwas genauer betrachten. Er streckte mir das Gebilde entgegen und erklärte, dass der kleine Finger beim zweiten Glied gerissen und beim Ballen gebrochen wäre. „Ich habe schon zwei Wochen hinter mir und noch zwei Wochen vor mir bis er weg kommt. Und dann ist auch mein Krankenstand vorbei.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Und warum sieht der Gips dann immer noch so neu aus?“ drängte sich bei mir die Frage auf. „Weil ich heute früh im Spital war und sie mir einen neuen draufgemacht haben. Weißt du, mir ist ständig die Hand eingeschlafen und beim kleinen Finger fing es am Abend immer zu kribbeln an. Das Gefühl kennst du sicher, als ob Ameisen da drin hoch krabbeln würden.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Ja, das kenne ich, wenn ich im Schlaf auf den Arm liege und mir dann dieser eingeschlafen ist.“ Ich blickte kurz auf den Flimmerkasten, liess meinen Blick über die sich daneben befindende Kraftbank, den Glastisch und den auf dem Boden stehenden PC-Monitor mit aufgeklipster Webcam streifen, und sah meinem Freund dann wieder in die Augen. Onur hatte in der Zwischenzeit eines der neonorangen Polster vor seinen behaarten Bauch gedrückt, um seinem Kummer und stets vorhandenen Groll Ausdruck zu gewähren:</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich habe meine Kinder dann abgeliefert und sah meine Ex nur über den Rückspiegel, was besser so ist. Bei der Rückfahrt war meine Hand schon volle angeschwollen und der Schmerz wurde immer grösser. Nach anderthalb Stunden war ich wieder zurück in meiner Wohnung und der Streit ging in die nächste Runde. Ich war zu wütend, um ins Krankenhaus zu gehen und ging die nächsten zwei Tage sogar noch arbeiten! Sie warf mir Dinge an den Kopf, die eine frische Partnerin einfach nicht sagt. Weißt du, sie geht jetzt schon mit mir, ganz zu schweigen wie es dann in 20, 30 Jahren aussieht – ach was sag ich da, nicht mal vorzustellen, wie sie in ein, zwei Jahren mit mir umspringt..“</p>
<p style="text-align: justify;">„Wie lange ist sie denn schon hier?“ wollte ich wissen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Seit etwa vier Monaten. Ich mach das ja nur meinen Eltern zu liebe. Es ist quasi eine Zwangbeziehung.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Gab’s eine Zwangheirat auch schon? Darfst du schon mit ihr Sex haben?“ brannte es mir auf den Lippen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Also unser Priester, der Hodscha, hat uns verheiratet. Ist nichts schriftliches passiert“ antwortete der streng gläubige Moslem. „Also ihr seid quasi kirchlich verheiratet aber vom Staat her nicht.“</p>
<p style="text-align: justify;">„So kann man’s auch sagen. Meine Eltern haben mich Monatelang gedrängt und sind dann ja zwei Mal in Osttürkei geflogen und haben mit mehreren Familien gesprochen und mir dann Ayscha ausgesucht. Weisst du mein Freund, ich wollte ja nicht wieder heiraten, nachdem mir meine erste Frau, die ich geliebt habe, fremd gegangen ist und mich mit meinen Kindern verlassen hat. Ich hatte sowas von die Schnauze voll. Bis ganz oben. Der Hass steckt noch tief in mir. Mir wäre, als ob es gestern erst passiert wäre, als ich früher von der Schicht nach Hause kam und durch die halb verdunkelten Gardinen sah, wie sie mit der Webcam im MSN-Chat war mit diesem Wixer.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Und wie oft hast du sie gesehen, bevor ihr sie nach Österreich geholt habt?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Einmal. Ich war für eine Woche unten in Türkei und da haben wir uns zum ersten Mal gesehen und etwas kennen gelernt. Es waren ständig die Eltern dabei. Danach haben wir dann ein halbes Jahr telefoniert, bis ich sie rauf geholt habe. Weisst du, in Türkei war sie ganz anders. Sie war immer zuhause, wollte nie weg gehen und wenn sie mal ausgegangen ist, dann war immer ihre Mutter oder einer ihrer Brüder dabei.“</p>
<p style="text-align: justify;">Meine Gedanken kreisten und ich machte eines meiner berüchtigten „hmm“ bevor ich Onur eine Frage zum etwas Nachdenken fragte:</p>
<p style="text-align: justify;">„Jetzt hast du ja den Vergleich zwischen einer Türkin, die in Österreich bzw. Europa aufgewachsen und zur Schule gegangen ist und einer aus der Türkei. Gibt es da einen Unterschied für dich?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Aber sicher, mein Freund. Ayscha ist nur fünf Jahre zur Schule gegangen: Vier Jahre Volksschule und ein Jahr Hauptschule. Jetzt ist sie 25 und kann kaum lesen noch schreiben. Bei mir ist es ja auch schon ein paar Jahre her, seitdem ich meine Lehre abgeschlossen habe und zur Berufsschule ging. Sie aber ist über 15 Jahre weg und kann nicht mal ein SMS schreiben oder sonst irgendetwas aufschreiben. Wenn sie den Buchstaben M sieht, dann meint sie, es wäre ein W und O und Ö kann sie auch nicht voneinander unterscheiden. Und wie du weisst, gibt es ja diesen Einbürgerungskurs, zu dem ich sie gleich nach ihrer Ankunft angemeldet habe.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Der bei der Arbeiterkammer?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Ja, genau. Der kostet mich 1.150 Euro. Und jetzt beklagt sie sich ständig, dass sie nicht mitkomme und die anderen viel besser und weiter wären. Kein Wunder, wenn die Alte nicht lesen und schreiben und nichts richtig machen kann. Hätte ich das gewusst, hätte ich sie sicher nicht angemeldet und zuerst mit ihr das Alphabet geübt. Was ist, wenn sie jetzt durchfällt und den Kurs wiederholen muss? Dann habe ich über Tausend Euro in den Sand gesetzt!“ Ich hörte in seiner Stimme, wie angespannt und wütend er über seine Situation war. Er schlug mit der Hand, welche nicht im Gips war, auf den Couchtisch und sprach in gleich lautem Ton weiter: „Es ist wirklich zum verrückt werden. Und dauernd sagt sie ‚Schat’ zu mir, weil sie Schatz nicht aussprechen kann. Ich hab ihr gesagt, sie kann mich Schatz nennen. Ich nenne sie ja auch Schatz, obwohl ich sie nicht liebe, aber vielleicht mag ich sie ja irgendwann. Aber ich glaube, sie liebt mich schon, weil sie will dauernd Bussi und Umarmungen und all das Zeug. Das ist zuviel für mich, weißt du. Scheisse! Auf jeden Fall hab ich gesagt, sie soll lieber das T weg lassen und mich „Schaz“ nennen. Wenn ich all das gewusst hätte, dass sie Analphabetin ist und keine Wörter richtig aussprechen kann, dann hätte ich sie sicher nicht genommen.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Aber sie hat doch bestimmt andere Qualitäten, oder? Kann sie gut kochen?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Geht so. Ich muss ständig mit ihr einkaufen gehen, da sie ja kein Wort Deutsch kann. Und sie will immer raus was machen, shoppen, in Restaurants essen und so weiter. Ich hab ihr gesagt, dass ich ihr nicht täglich was kaufen kann, so einmal in der Woche, ich muss ja auch schauen, dass meine Söhne nicht zu kurz kommen. Denen möchte ich auch regelmässig was schenken. Sie ist wie meine Ex. Der hab ich auch so viele schöne Kleider gekauft. Für jede türkische Hochzeit auf die wir gingen ein neues. Sie hatte den ganzen verdammten Schrank voll damit. Ich bereue das so. Sie checkt einfach nichts. Hab ihr gesagt, dass wir warten müssen, bis die Wohnbauförderung gekommen ist und mein Gehalt auf dem Konto ist, aber nein, sie will alles sofort. Sie ist schon sauber. Aber ist mir doch scheissegal ob sie zweimal am Tag den Boden aufsaugt. Was nützt es mir, wenn sie mich jeden Tag mehr aufregt und wütend macht?“</p>
<p style="text-align: justify;">Wir schauten uns kurz fragend an, wechselten die Position auf der Couch. Türkische Musik erklang. Es war sein Tarkan-Klingelton. Er war höflich und drückte den Anrufer ab, da er jetzt so richtig aufgewärmt war, um Psychohygiene mit mir als Dr. Freud zu begehen: „Mein Freund, letztes Wochenende bin ich abgehaut und bin wieder nach Zürich gefahren. Hab meiner Ex eine SMS geschrieben, da ich ja nie mit der Hure telefoniere, ob ich meine Kinder für zwei Stunden sehen und was mit ihnen machen kann. Da hat sich meine neue mir in den Weg gestellt und wollte mich einsperren. Sie hat mich so aufgeregt, dass ich sie wieder bei den Haaren zog, in eine Ecke schubste und ins Auto gestiegen bin.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Find ich gut, dass du deine Kinder öfters siehst. Die meisten geschiedenen Väter sehen ihre Kinder maximal alle zwei Wochen am Wochenende!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich hab sie zuvor ja auch zwei Monate nicht gesehen. Bin hingefahren, da ich nicht wollte, dass sie her kommen. Als ich dann Ilhan mit dem Gips an seinem linken Arm sah, sagte ich ‚Ilhan, mein Sohn, was ist dir passiert?’“</p>
<p style="text-align: justify;">„Wolltest du das nicht von seiner Mutter wissen?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Nein, das hätte dann wieder zwanzig SMS gegeben und ich will so wenig wie möglich von ihr auf mein Handy haben und sie so wenig wie geht in meinen Gedanken. Er sagte, er wäre von der Schaukel gefallen. War ganz witzig, als wir zum Spielplatz gingen. Die Leute haben uns angeschaut und gelacht, da wir beide einen Gipsverband hatten.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Ja, das stelle ich mir auch lustig vor, Vater und Sohn, beide mit Gips, Hand in Hand mit der unvergipsten Hand auf dem Spielplatz!“ entlockte mir diese Vorstellung ein breites Grinsen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Und weisst du das Beste?“ fuhr er fort, sich beinahe in der Stimme überschlagend vor Aufregung.</p>
<p style="text-align: justify;">„Sie zwingt mich ständig zu Sex. Wenn ich von einer anstrengenden Frühschicht nach Hause komme, will sie ficken. Am Wochenende jeden Tag ein paar Mal. Und weisst du warum?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Sag’s mir!“ antwortete ich blitzartig.</p>
<p style="text-align: justify;">„Weil sie schwanger werden will. Die Schlampe will mir ein Kind anhängen!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Aber du liebst doch Kinder, oder täusche ich mich da etwa in dir?“ schoss es aus mir, Onur einen kritischen Blick zuwerfend.</p>
<p style="text-align: justify;">„Natürlich. Aber ich will nichts überstürzen. Das hab ich ihr auch gesagt. Aber sie will davon nichts wissen. Die türkischen Nachbarn stacheln sie auch ständig auf. Sie setzen ihr Flöhe ins Ohr, dass sie mir ein Kind anhängen soll, dann kann sie in Österreich bleiben und bekommt viel finanzielle Unterstützung vom Staat.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Ja, Kinderbeihilfe zum Beispiel. Wie lange kann sie denn hier bleiben? Wie lange dauert ihr Visa?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich hab ihr eines für ein ganzes Jahr geholt“ entgegnete Onur. „Aber die Alte geht mir sowas von auf den Keks. Wir streiten uns einfach täglich.“</p>
<p style="text-align: justify;">Ich fragte mich, wie sie wohl aussähe und fragte Onur, wo seine neue Angetraute denn sei.</p>
<p style="text-align: justify;">„Sie ist mit meiner Mutter zum Einkaufen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Schade, dachte ich mir. Aber womöglich würde ich eh nicht viel sehen, da ja seine Ex mit buntem Kopftuch und langem, weiten Rock immer verschleiert war, wenn ich ihnen begegnete. Bei seiner neuen Braut würde es wohl kaum anders sein. Ich runzelte meine Stirn und setzte dann zu einer weiteren Frage an: „Wie stehen denn deine beiden Eltern zu deiner Situation?“</p>
<p style="text-align: justify;">„Die beiden sind schon alt. Sie jammern ja immer, was ich als ihr Sohn ihnen für grossen Kummer bereiten würde und dass ich schauen soll, dass wir miteinander klar kommen bla, bla, bla! Ich bin wie immer viel zu gutmütig mit den Frauen und habe das nur für meine Eltern gemacht.“</p>
<p style="text-align: justify;">Es gingen mir jetzt immer mehr Fragen durch den Kopf. Wie etwa, ob seine Eltern nun glücklicher waren, mit einem unglücklichen Sohn, aber Hauptsache mit einer gebärfreudigen Gattin an seiner Seite. Ob Onur nicht glücklicher mit einer Europäerin wäre oder einfach als Single. Er unterbrach meine Gedanken mit seiner resoluten Art, die der eines Ringsprechers beim Boxkampf ähnelte:</p>
<p style="text-align: justify;">„Heute hat das Luder beispielsweise wieder sicher drei Mal zu mir gesagt, dass sie die Regel nicht bekommen würde und sicher schwanger wäre von mir. Ich hab sie dann angeschrien und wir haben uns wieder gestritten und sie sagte, sie hoffe, sie würde mir einen Sohn gebären aber tot. Und wenn er nicht bei der Geburt sterben würde, dann würde sie ihn mit einem Kissen ersticken!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Oh mein Gott!“ entwich es mir.</p>
<p style="text-align: justify;">„Diese Schlampe. Sie soll nicht glauben, dass sie wenn sie von mir schwanger ist mich sicher hat. Ich werde sie dann das Kind zur Welt bringen lassen und dann abschieben. Und das Baby bleibt dann bei mir in Österreich!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich glaube nicht, dass du sie so einfach los wirst, Onur!“</p>
<p style="text-align: justify;">„Oh doch. Hab mir da schon was einfallen lassen. Ich sage einfach zu ihr, dass wir in Türkei auf Urlaub gehen und fliege mit ihr runter. Und wenn wir dort sind, dann bringe ich sie zu ihren Eltern und sage, dass ich sie nicht mehr will und dann nehme ich ihren Pass weg mit dem Visa drin und VERBRENN’ IHN!“</p>
<p style="text-align: justify;">In just dem Moment läutete es an der Türe. Wir standen gemeinsam auf, da ich ohnehin wieder gehen musste. Zu meinem Erstaunen war es nicht Ayscha, sondern sein Versicherungsvertreter.</p>
<p style="text-align: justify;"><a rel="attachment wp-att-99" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=99"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-99" title="Zur_Hochzeit_gezwungen" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/Zur_Hochzeit_gezwungen-180x102.png" alt="" width="180" height="102" /></a></p>
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		<item>
		<title>Die Geschichte einer PET-Flasche</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 22:22:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Kurzgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[DIESE GESCHICHTE ERSCHEINT ZUM DIESJÄHRIGEN GEDENKTAG AN ALLE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS (HOLOCAUST) 05. 05. 2011 Und dann geschah etwas, was ich bislang nicht für möglich gehalten hätte: Der Fette in der Bomberjacke und dem &#8220;Londsdale&#8221;-Pulli schmetterte eine leere PET-Flasche aus &#8230; <a href="http://www.koecktail.com/?p=44">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-45" href="http://www.koecktail.com/?attachment_id=45"><img class="alignnone size-medium wp-image-45" title="Molotov_Cocktail" src="http://www.koecktail.com/wp-content/uploads/2011/05/Molotov_Cocktail-460x379.jpg" alt="Molotov Cocktail" width="460" height="379" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>DIESE GESCHICHTE ERSCHEINT ZUM DIESJÄHRIGEN GEDENKTAG AN ALLE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS (HOLOCAUST) 05. 05. 2011</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Und dann geschah etwas, was ich bislang nicht für möglich gehalten hätte: Der Fette in der Bomberjacke und dem &#8220;Londsdale&#8221;-Pulli schmetterte eine leere PET-Flasche aus nächster Nähe und mit voller Wucht auf den Kleinen im &#8220;Fred Perry&#8221;-Shirt, welcher breitbeinig zwischen zwei blonden, bebrillten Mädchen auf der Couch sass und den Bruchteil einer Sekunde später lauthals aufschrie. Die Kante der Flasche aus der brutalen Hand des Fetten hatte ihn voll an der Schläfe erwischt. Blut strömte wie ein kleiner Bach zu Boden. Reflexartig zum nächsten Papierständer rennend reagierte ich auf meine Art: Ich hielt ihm eine Handvoll Papiertücher an das Cut und erst später holte ich Eiswürfel in ein Geschirrtuch wickelnd aus der Küche, als er, das Opfer, bereits im Auto sass und drängte, ihn endlich ins Landesspital zu kutschieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-44"></span></p>
<p style="text-align: justify;">So ging es hier die meiste Zeit zu. Die Jungs hatten einfach zu viel überschüssige Energie, und falls sie einmal laut eigenen Aussagen kein &#8220;dreckiges Negerlein&#8221; zum Vermöbeln fanden, dann kam es schon mal vor, dass sich das Rudel separierte und Egoismus die Oberhand gewann. Sie waren allesamt blutjung und genauso dumm und befanden sich auf einem jähen Selbstfindungstripp. Sie verneinten alles Fremde, hatten sogar an jedem was auszusetzen, der nicht aus ihrer Heimatgemeinde stammte. Oft wohnt der Ausländer bereits im Nachbarsgarten, so eingeschränkt war ihr Blickfeld und ihre Toleranzgrenze war kleiner als das Hirn eines Riesensauriers.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Der diensthabende Arzt im Landesspital stellte ein 1,5 cm tiefes Cut fest und der Jugendliche im Shirt mit dem weiss gestreiften Kragen war nun vor die Wahl zweier Möglichkeiten gestellt: Kleben oder nähen. Für beide Varianten war eine Rasur um die Wunde herum notwendig – er hingegen wollte gleich sein ganzes Haupt enthaaren lassen – ohnehin wiesen seine Haare kaum eine erwähnenswerte Länge auf. Vor den zwei Stichen hatte er anscheinend grossen Respekt und entschied sich schliesslich für das Kleben. Der noch junge Arzt rasierte natürlich nur die Stelle um die Wunde und wollte noch wissen, wie der Unfall entstand (Antwort des Jungen: &#8220;Habe mit einem Kollegen etwas rum-geblödelt!“) und ob er Tetanus geimpft sei (Er wusste es selbst-verständlich nicht – mein Eindruck war, dass es ihm ohnehin gleich-gültig war!). Als sich der grössere Zeiger der Uhr etwa einmal um die eigene Achse bewegt hatte, lieferte ich die kleine, unscheinbare Kamikaze wieder im &#8220;Böhse Onkelz&#8221;-verseuchten Jugendraum (welcher eher einem Diskobunker glich) ab.</p>
<p style="text-align: justify;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Die Jugendlichen mit &#8220;eigener Einstellung&#8221;, die von Beteiligten der anderen Szene schlichtweg als &#8220;Faschos&#8221; bezeichnet wurden, waren sehr wankelmütig. Waren sie nüchtern, kam es zu Diskussionen (welche meist den ganzen Abend über andauerten und zu wirklich nichts führten). Waren sie angetrunken, kam es zu Pöbeleien. Waren sie betrunken, waren sie nicht mehr ansprechbar und ihre Schizophrenie kam zum Vorschein. Doch die meiste Zeit waren sie stockbesoffen. Sie schlägerten intuitiv und schlugen gegen so ziemlich alles, was ihnen in die Hände fiel. Sie brüllten &#8220;Heil Hitler&#8221; in der Gegend umher und beschimpften Schweizer als &#8220;Scheissschwiizer&#8221;, Österreicher als &#8220;Scheisslinke&#8221; und alle anderen (Deutsche inkludiert) waren für sie &#8220;stinkende Juden&#8221; oder &#8220;dreckige Nigger&#8221;. Sie wussten ganz einfach nicht, was sie sagten, und sagten alles ohne vorher ein Fünkchen einer Sekunde darüber nachzudenken. Weder der Gemeindevorsteher noch ihre Eltern schienen irgendetwas an dem Verhalten der &#8220;Pseudo-Skins&#8221; auszusetzen zu haben – hörte ich sie etwa selbst über die zugezogene Türkenfamilie, welche sich nicht anpassen und fügen wollte und Moslems und Kopftuchfrauen im Allgemeinen schimpfen.</p>
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<p style="text-align: justify;">Mir kam es vor, als ob nun das halbe Land verrückt geworden wäre. Oder stimmt etwa mit mir was nicht? Ich glaube kaum. Zum Glück gab es da noch vereinzelt eine andere, vom Aussterben bedrohte Randgruppe, welche sich &#8220;Punks&#8221; nannte und die etwas Farbe ins sonst so grautönige Alltagsleben brachte. Mit ihren Irokesen, &#8220;Che Guevara&#8221;-Leibchen und Nietengürteln sorgten sie zwar kaum mehr für Aufsehen, doch durch ihre Seltenheit wiederum schon. Schliesslich hörten nicht nur Schwarze HipHop und Reggae-Musik. Der Wiederbetätigungs-paragraph war irgendwo im Strafrecht versteckt und sowieso in Vergessenheit geraten. Mir ging es hauptsächlich um Toleranz und gegenseitigen Respekt voreinander.</p>
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<p style="text-align: justify;">Eine Woche nach dem &#8220;Vorfall mit der PET-Flasche&#8221; kam es zur Konfrontation mit &#8220;Skatern&#8221; und &#8220;Boardern&#8221;. Die &#8220;Möchtegern-Skins&#8221; lauerten den Jungs im &#8220;Oversize&#8221;-Look vor einem bekannten Fach-geschäft für Skateboards- und Snowboardmarken auf. Kurz darauf kam es zur Massenschlägerei. Am selben Abend während einer Weihnachts-veranstaltung in der Gemeinde wurde der Gemeindevorsteher persönlich attackiert. Am Tag darauf erstattete er Anzeige bei der Polizei. Gegen die Übergriffe zur Wehr gesetzt hat er sich jedoch nicht. So etwas nennt man Politik! Wieder eine Woche später pilgerten die &#8220;Bomberjacken-Buben&#8221; vom &#8220;rechten Jugendtreff&#8221; in die Nachbargemeinde (sprich &#8220;Ausländerkaff&#8221;) zum &#8220;linken Treff&#8221; und suchten sichtlich Körperkontakt mit diesen.</p>
<p style="text-align: justify;">Am selben Abend wurde die Fahrertüre meines Wagens zerkratzt (oder sollte ich verziert sagen?), zwei Fahrräder von Jugendlichen &#8220;entführt&#8221; und ein weiteres gänzlich &#8220;umgetunt&#8221;. Ich rief zwar gleich die Nummer des Gemeindepolizisten, konnte ihn jedoch weder im Dienst noch privat erreichen. Man sagte mir: &#8220;Vielleicht hat er ja aufgehört!&#8221; Ja, ja, wenn man sie mal braucht, die Freunde und Helfer in der Not..</p>
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<p style="text-align: justify;">Nun kleben &#8220;right is wrong!&#8221;- und &#8220;Stop racism and xenophobia!&#8221;-Sticker an den Türen der Jugendräume. Ich habe mir mittlerweile ein neues Auto zugelegt, den angeblichen &#8220;Führer&#8221; der &#8220;Glatzen-bewegung&#8221; mit ihren Hakenkreuzhalsketten und &#8220;White Power SS-Klamotten&#8221; Jugendraumverbot (welches bis heute nie in Kraft trat!) und eine Anzeige wegen gefährlicher Drohung und Vandalismus (das mit dem Wiederbetätigungs-paragraphen fasste leider nicht Fuss!) verpasst und meine Nachfolge ist eine junge, zierliche Dame, die nun ihre Arbeit hier schlichtweg mit &#8220;Angst&#8221; assoziieren kann.</p>
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