Merry Weihnukka

Alle Jahre wieder komme ich immer weniger in Weihnachtsstimmung – und bin nicht der Einzige. Vielen in meinem Freundeskreis geht es bei diesem Thema genauso. Woran dies wohl liegen mag? Wenn ich mich zurück erinnere, als ich ein kleines Kind war, hab ich mich das ganze Jahr über stets auf Weihnachten gefreut, als wäre es das Grösste. Heute ist es eher umgekehrt: Ich freue mich, wenn diese hektische Zeit vorüber ist, wenn all die vielen Weihnachtsmärkte mit ihrem Klimmbimm und ekligen Gesöffen wie Glühwein, Glühmost oder den dutzenden Punsch-Variationen nicht mehr das Stadtbild zieren und es weniger Gründe für den Konsum von Volksdroge Alkohol gibt. Ich freue mich wieder darauf, wenn in den Einkaufszentren wieder etwas Ruhe eingekehrt ist und keine Weihnachtslieder à la „Last Christmas“ aus den Lautsprechern geträllert werden. Schade irgendwie, denn die eigentliche Botschaft dieses Festes geht aufgrund des allgegenwärtigen Konsumdenkens leider verloren. Das Weihnachtsfest sollte eine Gelegenheit sein, sich zu besinnen und gemeinsam mit der Familie zu feiern. Es scheint aber so, dass die Zahl der «Anti-Weihnachtsgeister» Jahr für Jahr zu nimmt. In Zürich werden sogar «Anti-Weihnachtspartys» veranstaltet. In Wien gibt es Geschäfte, wo «Anti-Christmas-Produkte» verkauft werden und die Anhängerschaft ist stets im Wachsen begriffen. Dabei gäbe es doch eine Vielzahl an Alternativen für alle Weihnachtsmuffel und jene, die es noch werden möchten: Um etwaige eingeschlafene Familientraditionen neu zu beleben bedarf es sich einer anderen Religion zu bedienen. Etwa das jüdische Lichterfest, Hanukkah, hat da Einiges zu bieten: Sei dies das Dreidelspiel, bei dem Geschenke einmal anders verteilt werden oder das sog. Chanukka-Gelt, wie es auf jiddisch heisst, damit sich niemand mehr den Kopf bezüglich einfallsreicher Geschenke zerbrechen muss. Für all jene, die dem Christentum treu bleiben wollen, gibt es eine Vielzahl an Alternativen, etwa die «Dirty-Santa-Tradition», bei der es eigene Regeln zur Verteilung der Geschenke gibt oder der neue X-Mas-Trend aus den USA, wo für kleine Kinder eine grosse Gurke und für Erwachsene eine kleine Gurke auf dem Tannenbaum versteckt wird – wer sie zuerst entdeckt, darf als Erstes die Geschenke auspacken – na, Halleluja!

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Ferien: Ein notwendiges Übel?

„Ferienzeit ist die schönste Zeit“ heisst es in vielen Gedichten oder Liedern. Die Schweizer fahren in die Ferien, die Österreicher gehen auf Urlaub, die Italiener nennen es „vacanze“ respektive „fa niente“ und in England werden sie  sogar als „holidays“ also als „heilige Tage“ bezeichnet. Sich in der heutigen Zeit Ferien zu gönnen ist für viele nicht selbstverständlich. Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in der wir immer und überall erreichbar oder sogar abrufbar sein müssen. Für viele sind Ferien ein Luxus, den sie sich entweder nicht leisten können oder aber auch nicht leisten wollen. Denken wir nur an die vielen Workaholics, an Menschen die selbstständig sind und sich weder krank werden noch auf Urlaub fahren leisten dürfen. Doch es ist wissenschaftlich bewiesen, dass der Mensch Erholung braucht. Die religiös-bedingten Feiertage kommen nämlich auch nicht von ungefähr. Was im Islam der Freitag ist, ist im Judentum der Samstag, der Schabbat, und bei den Christen der Sonntag. Immer mehr Geschäfte und Firmen sind dafür, dass sie auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben können. Weiterlesen

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Von kritischen Schülern und ihren Eltern

Wenn es um Schulkritik geht, dann handelt es sich stets um ein sehr dankbares Thema. Denn alle Kritiker haben etwas Fundamentales gemeinsam: Sie alle haben die Schulbank gedrückt, und das über einen recht langen Zeitraum und dabei unter anderem nicht nur mehrere Lehrpersonen und unterschiedliche Fächer, sondern mitunter auch unterschiedliche pädagogische Ansatzpunkte oder gar Schulsysteme kennen gelernt. Es schadet ja bekanntlich nicht, wenn etwas kritisiert wird. Vor allem, wenn es sachlich zu und her geht. Wenn etwas in der Schule nicht rund läuft, dann war es immer schon das Einfachste, entweder der Lehrperson die Schuld in die Schuhe zu schieben oder die Weiterlesen

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Starke Natur und kleiner Mensch

Die heurige Faschingsszeit, welche übrigens die Längste des Jahrhunderts ist, ist vorbei und hat besonders Faschingsnarren ob ihrer Länge immens gefreut. Mit dem Funkenabbrennen im Rheintal und im benachbarten Vorarlberg soll der Winter ausgetrieben werden. Besonders heuer nach diesem Pseudowinter stellt sich schon die Frage, wie lange es dieses alemannische Volksgut noch länger braucht? Und auch, wie lange es die gewohnten vier Jahreszeiten überhaupt noch geben wird? Dass es besonders um Weihnachten recht mild sein kann, hat es ja schon öfters gegeben. Dass wir im Tal die Schneeschaufeln, Winterreifen oder dicken Mäntel kaum oder gar nicht benötigen stimmt etwas nachdenklich. Dass Kinder auf einmal nicht mehr den Hügel hinterm Haus hinunter rodeln oder vor dem Haus einen Schneemann respektive eine Schneefrau oder gar ein Iglu bauen können, ist schon etwas speziell. Viele schreiben diese Vorgänge der globalen Erwärmung zu, andere formulieren den lapidaren und oft gehörten Satz: „Es ist höhere Macht, da können wir Menschen gar nichts dagegen unternehmen.“ Weiterlesen

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Der geheimnisvolle Mann aus Myra

„Woher weiss er das alles bloss? Wie kann er dies nur wissen?“ Das sind die typischen Fragen, die sich ein jedes Kind einmal stellt im Laufe eines Hausbesuches. So war es auch bei mir, wenn ich heute leicht nostalgisch auf jene Ereignisse zurück blicke. Er war pünktlich wie eine Schweizer Uhr, seine Stimme war tief und klar, sein Bart bauschig und weiss wie Schnee. Auf seinem Haupt trug er stets eine Mitra, über die Schultern eine rot-weisse Stola und in seiner linken hielt er einen goldenen Krummstab. In der rechten Hand das aufgeschlagene Buch, das auf uns Kinder magisch wirkte, schien es doch das Buch aller Weisheiten zu sein. Bei jüngeren Generationen wäre wohl der Vergleich mit einem USB-Stick der NSA oder einer E-Mail von Interpol angebrachter, denn nicht nur Barack Obama weiss, mit wem Angela Merkel am 10. Februar dieses Jahres um 22.15 Uhr Ortszeit telefoniert hat – auch er weiss es. Die Rede ist von niemand geringerem als dem Weiterlesen

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Hausgemachtes Armageddon

Immer wieder sorgen Erdbeben, Wirbelstürme und Feuer für Zerstörungen, Verletzte und Tote. Der sogenannte „Super-Taifun Haiyan“ tötete schätzungsweise 10.000 Menschen auf den Philippinen. Über 600.000 mussten ihre Heimat verlassen und sind obdachlos. Haiyan soll als schlimmster Sturm aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Der Zyklon „Evan“ hat im vergangenen Dezember im pazifischen Inselstaat Samoa Zerstörungen angerichtet. Der Wirbelsturm Sandy tobt über den Osten der USA. Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans sowie ein Tsunami haben im März 2011 Zerstörungen unabsehbaren Ausmasses angerichtet. Experten sprechen von einem der stärksten seit Menschengedenken. In Chile, Haiti, China, Indien und Pakistan kosteten Beben und Flutwellen immer wieder unzählige Menschenleben. In Russland brannten während des Weiterlesen

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Von fliegenden Drahteseln und anderen Drachen

„Das Wandern ist des Müllers Lust“ sang ich frohlockend vor mich hin und sah den Gipfelsieg bereits vor meinem geistigen Auge. Ein kurzer Blick auf meine Uhr am Handgelenk bestätigte meine gute Laune. Ich war dabei meine neue persönliche Bestzeit zu holen. Und ganz nebenbei bemerkt auch die meiner Wanderfreunde zu übertreffen. Sollte ich die letzten paar Meter vielleicht noch joggen? Gerade als ich mit diesem Gedanken spielte, holte mich das Geräusch einer Fahrradglocke abrupt auf den Boden der Realität zurück. Leicht erschrocken drehte ich mich um. Ich bekam ein lautstarkes „Grüezi Wohl!“ an den Kopf geschmissen und traute meinen Augen nicht: Wer hatte mich da gerade überholt? Ich musste ein zweites Mal hinschauen. Das konnte es doch wirklich nicht geben. Hocherhobenen Hauptes fuhr, nein, eher flog da ein Pensionist auf seinem Drahtesel an mir vorbei. Ich glaubte zu träumen, doch dem war nicht so. Dieser Dinosaurier mit Halbglatze und stark meliertem Haar hatte mich doch tatsächlich überholt. Und das ohne die geringste Anstrengung. Ohne hochroten Schädel und von Schweiss durchtränktem Shirt. Nein, im Gegenteil ganz locker und lässig auf einem Flyer, einem Elektrofahrrad mit womöglich noch 30 Stundenkilometern. Dieser Scheintote, der Weiterlesen

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Das Leben ist ein Karneval

Den Auftakt zur aktuellen Fasnachtsaison hat ein monotones Datum gehabt, an welchem ausgesprochen viele Hochzeiten statt fanden. Es bestand aus dem Zahlenspiel 11. 11. 11, 11 Uhr 11. In den nächsten Tagen kommt die närrische Zeit zu ihrem Höhepunkt.

Ein mancher stellt sich somit noch die quälende Frage: „Als was soll ich mich verkleiden?“ Tja, welche Maskierung ist wohl angebracht. Gibt es überhaupt so was wie einen Trend beim Fasnachts-Outfit? Was ist heuer „en vogue“, also voll in? Ob heuer noch gleich viel „Jack Sparrow“-Piratenverschnitte rum rennen als vergangene Fasnacht? Nun, die Geschmäcker sind verschieden und so auch die Verkleidungsmöglichkeiten. Manche bevorzugen es, in der Gruppe loszuziehen, andere legen grossen Wert auf Individualität und möchten um jeden Preis auffallen. Und nicht jeder hält sich längst an ein Motto, was Weiterlesen

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Der Zauberkelch

Es war einmal ein armer Mann, der hatte einen Zauberkelch. Doch dass der Kelch verzaubert war, wusste er anfangs nicht. Eines Tages als er traurig war und weinte stellte er fest, dass er seine Tränen auffing und sie in Perlen verwandelte. Die Geschichte endet damit, dass der Mann auf einem Berg von Perlen sitzt, in seiner linken ein blutiges Messer hält und in seiner rechten seine tote Frau. Warum?

Na weil er um zu weinen traurig sein musste, damit er einen Berg aus Perlen bekam!

Ich finde, er hätte genauso Zwiebel schneiden können! (8>D)

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Ein jeder hat sein Kreuz zu tragen! (8>D)

Everyone has to bear one’s cross!

Cada uno tiene que llevar agua al mar!

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